Quo vadis Tennissport? Wo bleiben die Erben der Federers und Sharapovas?

Wir nähern uns mit riesen Schritten den French Open 2018. Anbieter von Sportwetten wie 10Bet sehen Raphael Nadal mit einer Quote von 1,64 bei den Herren sowie Simona Halep mit 5,90 (Stand: Ende April) weiterhin als Topfavoriten auf einen diesjährigen Triumph in Roland Garros. Jedoch spiegelt ein genauerer Blick auf die Liste der Titelanwärter auch die Lage im aktuellen Tennissport wider. Vor allem stellt sich die Frage, welcher Spieler oder welche Spielerinnen sollen einmal in die Fußstapfen von Tennisikonen wie Roger Federer, Raphael Nadal, Serena Williams oder Maria Sharapova treten, sollten diese in naher Zukunft zurücktreten?

Aktuell sind unter den Top-10 Namen zu finden, die maximal absoluten Tennisexperten ein Begriff sein dürften – sowohl bei den Herren als auch den Damen. Wenn man sich zum Beispiel leichte Außenseiter auf die French Open wie Kyrgios, Nishikori und Chung ansieht, werden manche Leute, die den Tennissport nur vom Rande aus mitverfolgen, womöglich sagen: WER? Manche mögen diese Frage vielleicht bereits bei Geheimtipps wie Wawrinka oder Zverev stellen. Oder nehmen wir die aktuelle Nummer 4 der Damen, Elina Svitolina. Des Weiteren – würden Sie zuhause Garbiñe Muguruza erkennen, wenn Sie dieser auf der Straße begegnen würden (immerhin eine 2-fache Grand-Slam-Siegerin)?

Böse Zungen behaupten, der Tennissport stehe vor einem Vermarktungsproblem – sowohl bei den Damen als auch den Herren. Es gäbe bald keine echten Typen mehr, keine Legenden, die reges Zuschauerinteresse erzeugen würden. Sicher, wir haben aktuell mit Federer den vielleicht besten Spieler in der Geschichte der ATP sowie mit Nadal den besten Sandplatzspieler aller Zeiten auf den Courts – noch – denn es wird leider Gottes nicht mehr all zu lange dauern, dass auch diese Ikonen einmal ihr Racket an den Nagel hängen werden. Dahinter gibt es einen Novak Djokovic der in den letzten Jahren, auch aufgrund von Verletzungen, doch stark abgebaut hat – ebenso wie Andy Murray, der vor allem im Vereinigten Königreich als Star gilt, jedoch heuer auch massiv in der Weltrangliste abgestürzt ist.

Im Damentennis ist die Lage noch ernster. Die absolute Dominatorin der letzten beiden Dekaden, Serena Williams, muss sich nach ihrer Rückkehr aus der Schwangerschaft erst einmal wieder hocharbeiten – was ihr aber gut gelingt, wie es aussieht. Dann wäre da noch die Marke Maria Sharapova, welche aber nach ihrer Dopingsperre etwas an Glanz verloren hat und sportlich auch nicht mehr da steht, wo sie sich vor Jahren noch befunden hat. Und was kommt danach? Viele Namen, mit denen manche Fans teilweise gar nichts anfangen können. Für unseren deutschen Tennisstar, Angelique Kerber, interessieren sich international gesehen ebenfalls eher nur wenige Leute. Sie ist jetzt nicht jene Spielerin, die alle an die Wand spielt wie einst eine Serena Williams und besitzt auch nicht wirklich eine spektakuläre Backgroundstory.

Somit steht der Tennissport vor einem Problem, da anscheinend keine zukünftigen Superstars nachkommen zu scheinen. Wir erhalten stattdessen ein Potpourri aus Athleten/innen, die sich zwar gegenseitig jederzeit schlagen, aber auf ihre Art die Massen nicht mitreißen werden können.
   
Ein weiterer Knackpunkt ist auch der Fakt, dass die größte Tennisnation der Welt, die USA, bei den Herren in Prinzip seit einer Generation keinen einzigen Nummer-1-Spieler mehr produzieren konnte. Der Grund dafür liegt auch darin, dass sowohl ATP als auch WTA mittels Veränderungen an Bällen und Belägen das Tempo aus dem Spiel nahm – sehr zum Nachteil der Amerikaner, die ja bekanntlich ihren Fokus mehr auf die Athletik richten. Plötzlich hatten die technisch besseren Spieler aus Europa einen Vorteil, zumindest bei den Herren. Bei den Damen konnte Serena Williams hingegen weiterhin mit ihrer körperlichen Überlegenheit alle Gegnerinnen an die Wand spielen, aber das war es auch schon aus den Staaten.

Das ist das aktuelle Problem im Tennissport, es scheint momentan nicht viel nachzukommen – zwar viele neue Gesichter, aber irgendwie ist keines dabei, dem man es zutrauen würde, in die Annalen der Tennissports einzugehen, so wie es ein Federer, Nadal oder eine Williams getan haben.

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